Zur Geschichte der Airbus HFB - Fluggemeinschaft e.V.
Werk Wenzendorf
Nahe bei der Werft Blohm&Voss konnte zu Beginn des Flugzeugbaues kein geeignetes Gelände für ein Endmontagewerk mit Flugplatz gefunden werden. Mußte man aber sowieso auf das Hafen- und Stadtgebiet Hamburg verzichten, so kam es auf einige Kilometer mehr oder weniger nicht an. Bei der Wertung der zweckdienlichen Gründe spielte die Tatsache, daß die Weserflug GmbH (Bremen) die Rümpfe liefern sollte und auch künftig als Zulieferer für die Hamburger Flugzeugbau GmbH vorgesehen war, eine wesentliche Rolle.
Auf einer Generalstabskarte wurden alle hochgelegenen Flächen, die für einen 1000m-Kreis auszureichen schienen und verkehrsmäßig günstig lagen, begutachtet. Nach einer Besichtigung fiel die Wahl, mit Billigung des Reichsluftfahrtministeriums, auf Wenzendorf. Eine Bahnlinie wurde vom Bahnhof Drestedt auf das Baugelände innerhalb von vier Wochen fertiggestellt.
Das Werk Wenzendorf, etwa 25km von Steinwerder (Hamburg) entfernt, stand auf der grünen Wiese. Deshalb wurde z. B. innerhalb des Werksgeländes neben der Einrichtung eines Gutshofes, für die Verwaltung und Kantine, ein Ledigenheim gebaut und Wohnhäuser für das Führungspersonal errichtet, um die Arbeit attraktiver zu machen.
Ende September 1935 konnte das Werk eingeweiht werden. Das erste Flugzeug, eine Do23, flog im Dezember 1935. Bis 1940 wurden etwa 600 Flugzeuge verschiedener Typen montiert und ausgeliefert. Im Jahre 1944 begann die Auslieferung des Strahljägers Me262.
Am 6. Oktober 1944 wurde die Anlage schwer beschädigt und bei einem zweiten Angriff drei Monate später fast vollständig vernichtet. Das Werk wurde nicht wieder aufgebaut.
Nachdem die Trümmer abgeräumt waren, kam das Gelände wieder unter den Pflug.
Der nordwestliche Streifen des ehemaligen Flugplatzes dient heute als Segelflugplatz und Heimat der Airbus HFB Fluggemeinschaft e.V.